PROLOG
NoRMan warf mir jenen vertrauten Blick zu, den er so meisterhaft beherrschte. Dieses stille Einverständnis zwischen uns, während wir in meinem Morgan bei offenem Verdeck durch die Straßen rollten – als gehörten uns die Zeit und die Welt ein Stück weit. Der Fahrtwind wirbelte mir durch das frisch frisierte Haar und ließ mich bei Ankunft in der Klinik aussehen, als wäre ich gerade aus dem Bett gefallen. Doch das war mir egal. Ich genoss den täglichen Rausch der Sinne auf dem Weg zur Arbeit. Ob die Sonne schien, es nieselte oder schneite, ob es 30 Grad Celsius oder minus 10 waren – das nahm meiner Begeisterung keinen Abbruch.
Solange der Sturm keinen Namen trug, blieb das Dach offen. Die Leute lächelten und winkten mir auf der Straße zu. Egal welchen Alters und Geschlechts. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob sie mich belächelten, wenn es draußen sehr kalt war oder mir der Regen auf die Brille prasselte und sich die Windschutzscheibe von innen mit einem schmierigen Film aus Staub und Wasser trübte. Dann lächelte ich zurück, grinste NoRMan zu und wischte mit dem Mikrofasertuch die Scheibe und meine Gläser ab, bis ich wieder freie Sicht hatte. Bei solch nasskaltem Wetter waren ohnehin nicht viele Menschen auf der Straße. Es war mir egal, ob sie mich für einen schrulligen Spinner hielten. Die Hauptsache war, dass ich mich meiner Passion widmen konnte: meiner Liebe zu einem handgefertigten Automobil aus Eschenholz und Aluminium, das im abgelegenen Malvern von handwerklich begabten Menschen gebaut wurde, die hinter der Marke Morgan standen.
In diesem Roadster konnte ich mich entfalten und über das Leben und mein Erlebtes philosophieren.
Fortsetzung folgt im Buch …
KAPITEL EINS
Social-Media-Werbeopfer
Meine Frau sagt, ich sei das Sinnbild eines Social-Media-Werbeopfers. Es vergehen keine paar Wochen, ohne dass wieder ein Paket mit irgendeinem Produkt, das mir auf Instagram oder Facebook angeboten wurde, zu Hause in unserem Wohnsitz auf dem Land ankommt.
Aus dem Munde einer erfolgreichen Klavier-Influencerin mag das ironisch klingen, doch muss ich eingestehen, dass sie selbst trotz beruflicher Nutzung dieser Plattformen nie irgendwelche beworbenen Produkte kauft. Ich hingegen verfalle den algorithmisch maßgeschneiderten Verblendungen der Neuzeit regelmäßig. Zu meiner Verteidigung muss ich jedoch sagen, dass ich nicht jedem Produkt hinterherjage, sondern dass hinter meinen Käufen Sehnsüchte, Passion und Liebe stecken. Dass man dabei auch mal auf einen programmierbaren Superroboter hereinfällt, der sich als billiges Plastikkinderspielzeug entpuppt, oder auf einen Brillenultraschallreiniger, der die Brille gut massiert, aber nicht reinigt, ist nicht von der Hand zu weisen. Ich bin eben ein begeisterungsfähiger Mensch.
Es war März 2022, als kurz vor Feierabend mein Mobiltelefon klingelte. Ich hatte nach einem anstrengenden Tag gerade den letzten Papierkram erledigt und wollte endlich nach Hause zu meiner Familie, um das gemeinsame Abendessen nicht zu verpassen und um meine zehnjährige Tochter noch zu sehen, bevor sie ins Bett musste. Das war in der Regel mein Tagesziel – noch etwas am Familienleben nach einem vollen Arbeitstag teilzuhaben – und daran maß ich meist, ob ich den Tag gut durchgeplant hatte. Nun hatte die Nummer auf dem Display eine ausländische Vorwahl. Das machte mich einerseits neugierig, andererseits verband ich damit eher negative Erfahrungen. Betrüger, die meine privaten Daten erhascht hatten, um mir dubiose Geschäfte vorzuschlagen. Ich zögerte, aber schließlich siegte die Neugier:
„Guten Tag, ich bin Emily Roberts von Morgan Motors in Malvern. Sie hatten über Instagram Ihr Interesse an einem Morgan bekundet“, meldete sich eine weibliche, freundliche Stimme mit britischem Akzent.
Nun dämmerte es mir. Da war doch neulich eine Werbung auf Instagram aufgetaucht. Sofort schoss mir meine Frau durch den Kopf, und ich musste mir das Grinsen durchs Telefon wirklich verkneifen. Das nette Gespräch endete nach circa einer Viertelstunde mit der Vereinbarung, dass sich der nächstgelegene Morgan-Händler gerne bei mir melden durfte, um mir die aktuellen Fahrzeuge zu präsentieren und eine Probefahrt zu organisieren.
Exakt einen Tag später meldete sich Dominik Kerner von Morgan „beinahe ums Eck von mir“ und kam meinem zugegebenermaßen arroganten Wunsch nach, als viel beschäftigter Arzt die Fahrzeuge zu einem späten Abendtermin nach Feierabend zu testen. Dass er hierfür auf sein wöchentliches Fußballtraining verzichten würde, erfuhr ich erst, als wir uns trafen.
Herr Kerner war ein höchst angenehmer junger Mann: stets höflich, geduldig, gut gelaunt, mit freundlicher Stimme, der richtigen Prise Humor und Lockerheit, aber ohne eine Spur von Arroganz. Dass Humor und Lockerheit zur Firma Morgan passten wie die Faust aufs Auge, sollte ich zu einem späteren Zeitpunkt erfahren.
Fortsetzung folgt im Buch …
KAPITEL DREI
Mein Freund NoRMan
Wo bin ich?
Du bist in Deutschland.
Ist nicht wahr, oder? Ich erinnere mich noch daran, dass mir eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt wurde. Plötzlich war es dunkel und ich war weg. Ich war doch eben noch in China, wie komme ich jetzt nach Deutschland?
Mit dem Schiff. Das muss ein paar Wochen gedauert haben.
Ich wurde entführt? Wie krass!
Hast du einen Namen?
Ich bin NoRMan. Was hast du mit mir vor?
Hallo NoRMan. Ich heiße Pana. Also mein voller Name ist Panagiotis Kafritsas, aber meine Freunde nennen mich Pana. NoRMan ist aber ungewöhnlich für jemanden aus China. Sind deine Eltern Europäer?
Mein Vater war ein US-amerikanischer Fallschirmspringer und meine Mutter kam aus Zypern, dem griechischen Teil. Ist eine lange Geschichte, aber ich wüsste nicht, was dich das angeht.
Fortsetzung folgt im Buch …
Da waren zum einen die Windgeräusche, besser gesagt das ungestüme Blasen des Windes, die auf ihre Weise Grenzen setzten. Ohne Steckscheiben erreichten sie ein Ausmaß, das die Musikanlage, bestehend aus zwei Lautsprechern in den Türen und zwei im Heck, ad absurdum führte, sobald man Geschwindigkeiten jenseits von 100 Kilometern pro Stunde erreichte. Man konnte das Soundsystem etwas hochregeln, um dann so etwas wie Geräusche wahrzunehmen, aber mit Musikhören hatte das nicht mehr viel zu tun. Bei diesem Tempo begannen sich nun auch die Wangen und Augenlider in Schwingungen zu versetzen, die dann, wie sich später bei Autobahnfahrten herausstellen sollte, irgendwo zwischen 140-160 km/h in ein Flattern übergingen. Die Welt jenseits der Scheibe war nur noch eine vage Ahnung – gute Sicht sah anders aus.
Hatte man dann noch die grandiose Idee, kurzärmelig in das Fahrzeug einzusteigen, bekam man gefühlt noch eine gratis Epilation der Armbehaarung mit dazu. Das hatte ab gewissen Tempi nichts mehr mit zartem Streicheln des Windes auf der Haut zu tun. Ganz zu schweigen von der Frisur. Ein Morgan hat wohl die Eigenschaft in geöffnetem Zustand jede Haarpracht, sofern vorhanden, in seine natürliche, ursprüngliche Form zurückzuversetzen. Das heißt, jegliche Bemühung, morgens im Bad eine Locke ins Haar zu föhnen oder zu stylen, wird von diesem Roadster bereits innerorts eliminiert. Außerorts wird sodann das gesamte Styling verwüstet. Ich empfehle daher jedem, der sich einen Morgan zulegen will, dies in Absprache und Planung mit seinem Coiffeur zu tun. Alternativ bleibt da nur die klassische Sturmhaube, die mir im Verlauf meine Ehefrau schenkte. Interessanterweise kam ich mir damit gar nicht so blöd vor, da sie tatsächlich einen Nutzen hatte. Jede normale Schirmmütze würde einem im Fahrzeug rasch vom Hirn gerissen.
Fortsetzung folgt im Buch …
Die frische Abendluft hatte etwas Erweckendes, ja, geradezu Regenerierendes. Jeder Atemzug fühlte sich an wie ein kleiner Neustart, als würde er die Müdigkeit aus den Knochen spülen. Es schien, als würden all die Sorgen um meine Patienten und Mitarbeiter, die sich den ganzen Tag in meinem Kopf gestapelt hatten, nun unaufhaltsam durch die perforierte Lederhaube hindurch entweichen. Ein sanftes, fast triumphierendes Gefühl machte sich breit – als könnte ich die Last des Tages einfach abwerfen und mich selbst für einen Moment wiederfinden. Der Motor schnurrte unter mir, das leise Rauschen der Reifen auf dem Asphalt vermischte sich mit meinem Puls, und alles fühlte sich gleichzeitig vertraut und überraschend befreiend an.
Spürst und riechst du diese Abendbrise, wenn man langsam durch die Stadt gleitet? Diese zarte Kopfnote von frisch gemähtem Gras und leichten Blüten, die sich mit dem warmen Duft der Straßen mischt, das Herz aus fremden Gewürzen – ein Hauch von Italien, Indien und Griechenland – der die Luft würzig durchzieht, und darunter das unverwechselbare Aroma von Benzin, vermischt mit dem süßen, leicht klebrigen Geruch erwärmten Teers, das diesem flüchtigen Sommerparfüm die tiefe, unverrückbare Basis verleiht? Ich liebe es. Ich liebe jeden Atemzug davon, dieses sinnliche, lebendige Zusammenspiel aus Stadt, Natur und Maschine, das einen für einen Moment völlig gefangen nimmt.
Fortsetzung folgt im Buch …
Etwa sieben Stunden nach der Abfahrt und 620 Kilometer später passierten wir auf der rechten Seite das Brandenburger Tor. Nach drei Rechtsabbieger und einer Linkswendung empfing uns der Page des Hotels Adlon Kempinski mit einem freundlichen Blick. Es war immer etwas Besonderes, mit dem Morgan irgendwo vorzufahren, aber dies vor dieser edlen Unterkunft zu tun, war wahrlich erhaben. Es war einfach stilkonform, dies mit einem Auto zu tun, das aus der Gründerzeit dieses altehrwürdigen Hotels zu stammen schien. Und so, wie der Morgan nicht direkt aus dieser Zeit stammte, sondern ein neues Fahrzeug war, so war auch das Adlon-Hotel, nachdem es 1945 ausgebrannt und abgerissen worden war, nach seiner Wiedereröffnung im Jahr 1997 ein neues.
Der Portier widmete sich sogleich der Gepäckbrücke, nachdem er sich zuvor nicht nehmen ließ, um ein Foto zu bitten, und ich im Umkehrschluss um selbiges bat. Rasch hatte er die Lederriemen gelöst und den Koffer samt Regenhülle übernommen. Da eilte bereits die Wagenmeisterin, eine junge Dame, herbei, um unseren grauen Roadster ins Parkhaus zu chauffieren. Der Wagen, wie der Zufall es wollte, passte so perfekt zum Hoteleingang, als hätte man ihn extra dafür konfiguriert. Das weinrote Vordach hatte exakt denselben Farbton wie mein Stoffverdeck. Die beiden Säulen, mit denen der Baldachin abschloss, schimmerten taubengrau unter der Vordachbeleuchtung, als hätte sich der Architekt den Farbtopf aus Malvern zukommen lassen. Es war ein Bild für die Götter. Unser Exot hatte uns mit all seinen Skurrilitäten sicher ans Ziel gebracht, ohne uns mit dem Blick aus der Windschutzscheibe aus längst vergangenen Zeiten zu verschonen.
Fortsetzung folgt im Buch …
Seine Worte hatten mich beruhigt. Dennoch ließ mich das schlechte Gewissen nicht los, weil ich NoRMan die Freiheit genommen hatte. Seit über zweieinhalb Jahren durfte er nicht frei sein und war völlig von mir abhängig. Natürlich hatte er es gut gehabt. Aber ist das höchste Wohl nicht die Unversehrtheit und zugleich die Freiheit?
Plötzlich fühlte ich ein Stechen in der Brust. Eine Beklommenheit, wie ich sie noch nie gespürt hatte. Zunächst wanderten meine Gedanken zu etwas Organischem. Ein Herzinfarkt! Oder doch ein Bandscheibenvorfall? Oder ein geplatztes Aortenaneurysma? Oh mein Gott, die Wahrscheinlichkeit, dass es etwas Lebensgefährliches war, lag bei zwei zu eins. Ich bog von der Landstraße in die nächste Seitenstraße ab und fuhr erst einmal mit langsamem Tempo weiter. Ich dachte darüber nach, ob dies nun das Ende meines bisher schönen Lebens bedeutete. Vielleicht war es die Strafe von oben für meine Entführung. Was hatte mich nur dazu getrieben, so etwas zu tun?
NoRMan bemerkte, dass es mir nicht gut ging.
Was ist los? Das ist nicht der Weg zur Arbeit. Warum bist du abgebogen? Willst du wieder an den Gardasee?
Ich sagte nichts. Ich konnte einfach nichts sagen. Die Beklemmung ließ nicht nach. Nach all dem war er noch so nett zu mir. Am liebsten wäre ich unter dem Asphalt verschwunden, so schlecht fühlte ich mich. Vermutlich war mein Schicksal ohnehin bereits besiegelt.
Was ist los mit dir? So kenne ich dich nicht. Sag doch endlich was.
Am Ende des Feldwegs, in den ich abgebogen war, sah ich ein abgelegenes Waldstück.
Fortsetzung folgt im Buch …
PROLOGUE
NoRMan gave me that familiar look he had mastered so well. That silent understanding between us as we rolled through the streets in my Morgan with the top down – as if time and the world belonged to us, at least for a little while. The wind whipped through my freshly coiffed hair, leaving me looking like I had just rolled out of bed when I arrived at the clinic. But I didn't care. I enjoyed the daily rush of the senses on my way to work. Whether the sun was shining, it was drizzling or snowing, whether it was 30 degrees Celsius or minus 10 – it didn't dampen my enthusiasm.
As long as the storm had no name, the roof stayed open. People smiled and waved at me on the street. No matter what age or gender. Sometimes I wasn't sure if they were laughing at me when it was very cold outside or when the rain pelted my glasses and the windscreen was clouded with a greasy film of dust and water on the inside. Then I smiled back, grinned at NoRMan and wiped the windscreen and my glasses with a microfibre cloth until I had a clear view again. In such wet and cold weather, there weren't many people on the street anyway. I didn't care if they thought I was a quirky weirdo. The main thing was that I could devote myself to my passion: my love for a handcrafted car made of ash wood and aluminium, built in remote Malvern by the skilled craftsmen behind the Morgan brand.
In this roadster, I could unfold and philosophise about life and my experiences.
To be continued in the book …
CHAPTER ONE
Social Media Advertising Victims
My wife says I am the epitome of a social media advertising victim. Not a few weeks go by without another package arriving at our home in the countryside containing some product that was offered to me on Instagram or Facebook.
Coming from a successful piano influencer, this may sound ironic, but I have to admit that she herself never buys any advertised products, despite using these platforms professionally. I, on the other hand, regularly fall prey to the algorithmically tailored delusions of the modern age. In my defence, however, I must say that I don't chase after every product, but that my purchases are driven by desire, passion and love. It cannot be denied that sometimes you fall for a programmable super robot that turns out to be a cheap plastic children's toy, or an ultrasonic glasses cleaner that massages your glasses well but doesn't clean them. I am simply an enthusiastic person.
It was March 2022 when my mobile phone rang shortly before the end of the working day. I had just finished the last of my paperwork after a busy day and wanted to finally go home to my family so I wouldn't miss dinner together and could still see my ten-year-old daughter before she had to go to bed. That was usually my goal for the day – to still be able to participate in family life after a full day at work – and that was how I usually measured whether I had planned my day well. Now, the number on the display had a foreign area code. On the one hand, that made me curious, but on the other hand, I associated it with rather negative experiences. Scammers who had obtained my private data in order to propose dubious deals to me. I hesitated, but in the end, curiosity won out:
"Hello, I'm Emily Roberts from Morgan Motors in Malvern. You expressed an interest in a Morgan on Instagram," said a friendly female voice with a British accent.
Now it dawned on me. There had been an advertisement on Instagram recently. My wife immediately popped into my head, and I really had to stifle a grin over the phone. The pleasant conversation ended after about fifteen minutes with the agreement that the nearest Morgan dealer was welcome to contact me to show me the current vehicles and organise a test drive.
Exactly one day later, Dominik Kerner from Morgan, who was "just around the corner from me", got in touch and agreed to my admittedly arrogant request as a busy doctor to test the cars late in the evening after work. I only found out when we met that he was giving up his weekly football training for this.
Mr Kerner was a most pleasant young man: always polite, patient, cheerful, with a friendly voice, the right touch of humour and ease, but without a trace of arrogance. I would later learn that humour and ease were a perfect fit for the Morgan company.
To be continued in the book …
CHAPTER THREE
My Friend NoRMan
Where am I?
You're in Germany.
That's not true, is it? I still remember a plastic bag being pulled over my head. Suddenly it was dark and I was gone. I was in China just a moment ago, so how did I get to Germany?
By ship. It must have taken a few weeks.
I was kidnapped? How crazy!
Do you have a name?
I'm NoRMan. What are you going to do with me?
Hello NoRMan. My name is Pana. Well, my full name is Panagiotis Kafritsas, but my friends call me Pana. NoRMan is unusual for someone from China. Are your parents European?
My father was an American parachutist and my mother came from Cyprus, the Greek part. It's a long story, but I don't see how that concerns you.
To be continued in the book …
On the one hand, there was the wind noise, or rather the impetuous blowing of the wind, which set limits in its own way. Without ear plugs, it reached a level that rendered the sound system, consisting of two speakers in the doors and two in the rear, absurd as soon as speeds in excess of 100 kilometres per hour were reached. You could turn up the sound system a little to hear something like noise, but it no longer had much to do with listening to music. At this speed, your cheeks and eyelids also began to vibrate, which, as it turned out later when driving on the motorway, turned into fluttering somewhere between 140-160 kilometres per hour. The world beyond the windscreen was now just a vague notion – good visibility looked different.
If you then had the brilliant idea of getting into the car wearing short sleeves, you got what felt like a free epilation of your arm hair thrown in for good measure. At certain speeds, this had nothing to do with the gentle caress of the wind on your skin. Not to mention your hairstyle. When open, a Morgan has the ability to restore any head of hair, if you have one, to its natural, original form. This means that any effort to blow-dry or style your hair in the bathroom in the morning is eliminated by this roadster as soon as you leave the city. Outside the city, your entire hairstyle will be ruined. I therefore recommend that anyone who wants to buy a Morgan do so in consultation and planning with their hairdresser. Alternatively, the only option is the classic balaclava, which my wife gave me as a gift during our marriage. Interestingly, I didn't feel too silly wearing it, as it actually served a purpose. Any normal peaked cap would quickly be torn off your head in the car.
To be continued in the book …
The fresh evening air had something invigorating, even regenerating about it. Every breath felt like a little restart, as if it were washing the tiredness out of my bones. It seemed as if all the worries about my patients and staff that had been piling up in my head all day were now escaping inexorably through the perforated leather cap. A gentle, almost triumphant feeling spread through me – as if I could simply throw off the burden of the day and find myself again for a moment. The engine purred beneath me, the soft hum of the tyres on the tarmac mingled with my pulse, and everything felt familiar and surprisingly liberating at the same time.
Can you feel and smell that evening breeze as we glide slowly through the city? That delicate top note of freshly mown grass and light flowers mingling with the warm scent of the streets, the heart of exotic spices – a hint of Italy, India and Greece – that fills the air with spice, and underneath it the unmistakable aroma of petrol, mixed with the sweet, slightly sticky smell of warm tarmac, giving this fleeting summer perfume its deep, unshakeable base? I love it. I love every breath of it, this sensual, vibrant interplay of city, nature and machine that completely captivates you for a moment.
To be continued in the book …
About seven hours after departure and 620 kilometres later, we passed the Brandenburg Gate on the right-hand side. After three right turns and one left turn, the bellboy at the Hotel Adlon Kempinski welcomed us with a friendly smile. It was always something special to drive up somewhere in the Morgan, but to do so in front of this elegant accommodation was truly sublime. It was simply fitting to do so in a car that seemed to date back to the founding era of this venerable hotel. And just as the Morgan did not come directly from that era, but was a new vehicle, so too was the Adlon Hotel, after it had been burned down and demolished in 1945, a new one was built and opened in 1997.
The porter immediately turned his attention to the luggage rack, after insisting on asking for a photo, and I reciprocated by asking for one in return. He quickly loosened the leather straps and took the suitcase and rain cover. The valet, a young lady, hurried over to chauffeur our grey roadster to the car park. As luck would have it, the car fit the hotel entrance so perfectly that it looked as if it had been designed especially for it. The wine-red canopy was exactly the same colour as my fabric top. The two columns at either end of the canopy shimmered dove-grey under the canopy lighting, as if the architect had had the paint pot sent over from Malvern. It was a sight to behold. Our exotic car had brought us safely to our destination with all its quirks, without sparing us the view from the windscreen of a bygone era.
To be continued in the book …
His words had reassured me. Nevertheless, I couldn't shake my guilty conscience for having taken away NoRMan's freedom. For over two and a half years, he had not been allowed to be free and was completely dependent on me. Of course, he had had a good life. But isn't the highest good both integrity and freedom?
Suddenly, I felt a stabbing pain in my chest. An anxiety I had never felt before. At first, my thoughts turned to something organic. A heart attack! Or a slipped disc? Or a ruptured aortic aneurysm? Oh my God, the probability that it was something life-threatening was two to one. I turned off the country road onto the next side street and continued driving at a slow pace. I wondered if this meant the end of my beautiful life so far. Maybe it was punishment from above for my kidnapping. What had driven me to do such a thing?
NoRMan noticed that I wasn't feeling well.
What's wrong? This isn't the way to work. Why did you turn off? Do you want to go back to Lake Garda?
I didn't say anything. I just couldn't say anything. The anxiety wouldn't go away. After all that, he was still so nice to me. I felt so bad that I wanted to disappear under the asphalt. My fate was probably already sealed anyway.
What's wrong with you? This isn't like you. Say something.
At the end of the dirt road I had turned onto, I saw a secluded patch of forest.
To be continued in the book …